die Sache mit der Selbstwahrnehmung



Irgendwo im Netz las ich die Tage, dass der zweite Montag im Mai immer den Beginn der mental health awareness week im UK markiert. Nun bin ich zwar nicht im Vereinigten Königreich und die Woche ist auch schon fast wieder rum, aber irgendwie ist das doch trotzdem ein schöner Anlass, mal wieder ein paar meiner Gedanken zu mental health freizulassen. Also, eigentlich ist auch jeder Tag ein perfekter Anlass dazu, aber ich könnte halt auch ständig darüber sprechen und suche immer nach den passenden Gelegenheiten. Zumal es dieses Jahr dabei um das Thema body image geht.

MENTAL HEALTH AWARENESS WEEK 2019: BODY IMAGE

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich derzeit wieder sehr mit meiner Selbstwahrnehmung zu kämpfen habe und mir das ziemlich zu schaffen macht. Gerade deswegen ist es mir wichtig, die Sache wieder zu thematisieren, besonders für mich selbst. Zwar habe ich das Thema hier und da schon mehrfach angesprochen, doch offensichtlich habe ich noch nicht genug gesagt. Glaube ich?

Es gibt Tage, an denen fühle ich mich echt okay in meiner Haut. Besonders seit ich regelmäßig Sport mache, mich auch im Arbeitsalltag mehr bewege und bewusster esse, merke ich, wie sich mein Körper langsam verändert. Aber dann gibt es auch wieder so Tage, an denen schaue ich in den Spiegel und sehe nur meine eigenen Makel. Das Fett, den Schwabbel, den Speck. Dann fange ich wieder an, mich mit anderen zu vergleichen und habe das Gefühl, anders sein zu müssen. Anders aussehen zu müssen? Dünner, muskulöser, schlanker, sportlicher?

Besonders auf Instagram stolpere ich immer wieder in diese Falle - das Vergleichen. Scheinbar gibt es dort zwei Arten von Frauen: die, die ihren sportlichen Fortschritt teilen und der Welt zeigen, wie viel sie abgenommen und/oder wie viel Muskelmasse sie aufgebaut haben. Hashtag fit fam. Oder die, die sich zeigen, wie sie sind und deutlich machen, wie wohl sie sich in ihrem Körper fühlen. Ganz egal, wie dieser Körper auch aussehen mag. Hashtag body positivity. Ich bewundere das Selbstbewusstsein der Frauen, die das teilen, und doch wird mir dabei jedes Mal auf's Neue bewusst, dass ich eben weder besonders fit bin, noch dieses Bewusstsein und diese Wahrnehmung von meinem Körper habe.

Irgendwie frage ich mich dann, ob es denn eigentlich niemanden wie mich gibt, der auch tagtäglich mit seinem body image kämpft? Wenn die Haare nicht liegen und die Hose nicht sitzt und man sich selbst gegenüber eher nicht so positiv eingestellt ist? Wird einfach nicht darüber gesprochen, wie es ist, sich unwohl zu fühlen? Weil man sich selbst lieben sollte, wie man ist? Oder etwas verändern sollte, wenn man sich so nicht liebt? Ich versuche es ja! Jeden Tag! Aber es ist verdammt hart!

Ist es nicht okay, Probleme zu haben? Mit seinem eigenen inneren Dämon zu ringen? Wollen wir alle ständig nur nach außen das Bild vermitteln, unser Leben sei so wunderbar und wir würden uns rundum wohlfühlen? Entschuldigung, aber so läuft das bei mir nicht. Meine Selbstwahrnehmung hängt sehr stark mit meiner psychischen Gesundheit zusammen und diese ist eben leider eher instabil. Ich arbeite täglich an meiner Selbstakzeptant, aber irgendwie fühlt es sich einfach an wie die unendliche Geschichte. Wahrscheinlich wird dieser Prozess für mich nie abgeschlossen sein und ich werde immer mit mir hadern. Mein Perfektionismus macht mir das Leben in dem Zusammenhang wohl auch nicht gerade leichter.

Ich weiß, dass es Gift ist, sich mit anderen zu vergleichen. Dass wir alle verschieden sind und unterschiedliche Voraussetzungen haben. Dass ich lieber darauf zurückschauen sollte, wer und wo ich noch vor einem Jahr war und meinen Vergleich daraus ziehen sollte. Trotzdem fällt es schwer. Meine Selbstwahrnehmung ist echt ziemlich verzerrt und es ist unfassbar hart, mir das immer wieder vor Augen zu führen. Ich möchte mich ja so gern akzeptieren, wie ich bin. Und es gibt einen kleinen Teil von mir, der das bereits tut. Aber leider überwiegt dennoch der Teil, der echte Probleme damit hat. Der ständig hadert und sich schwach fühlt und der endlich begreifen darf, dass es okay ist, nicht ständig okay zu sein. Dass wir alle Probleme haben.

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1 comment/s:

  1. You are so, so beautiful. I love everything about the shape of your face, the way you smile, your voice, your dark curls. Really you're just stunning. Please accept the way you are without reservation.

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