discovering lost places | Kloster Heilig Kreuz

April 08, 2018


Ein paar spontane Urlaubstage und herrliches Frühlingswetter machten es Philipp und mir diese Woche möglich, mal wieder auf einige kleine Erkundungstouren zu gehen. Erst in den letzten anderthalb Jahren ist mir so richtig bewusst geworden, wie viele tolle Ort es hier direkt vor unserer Haustür zu entdecken gibt und dass meine Heimat Sachsen so viel mehr zu bieten hat, als ich selbst wusste! Vorallem im letzten dreiviertel Jahr seit meinem Umzug einmal quer durch das Bundesland hatte ich die Möglichkeit, unzählig viele faszinierende Ort zu entdecken. Mein persönliches Highlight ist immer noch die Sächsische Schweiz und auch dort haben wir wieder ein paar tolle Momente verbracht, um die es wohl in einem meiner nächsten Posts gehen wird. Doch hier möchte ich erstmal über einen lost place schreiben, der in Wirklichkeit eigentlich gar keiner ist. Aber der Titel passte halt, also sehen wir über diesen falschen Fakt hinweg, okay?

Einer unserer Ausflüge jedenfalls führte uns zur Klosterruine Heilig Kreuz in Meißen. Zufällig sprachen wir letzte Woche von meiner Liebe für verlassene Kirchen und alte Friedhöfe und darüber, wie gern ich doch wieder mal nach Schottland zu all den alten Ruinen fahren würde. Philipp erzählte mir dann von Heilig Kreuz und so entstand die Idee zur Tour dahin.

Ich weiß selbst nicht so recht, was genau es ist, dass mich an solch alten Orten fasziniert. Die Gebäude an sich, natürlich irgendwie. Ich liebe die Elemente der romanischen und gothischen Architektur, die man vorallem in Sakralbauten findet. Zwar bin ich nicht gläubig, doch zieht es mich immer wieder zu solchen Orten. Kirchen besichtige ich unheimlich gern und Kreuzgänge in Klöstern finde ich atemberaubend schön. Wie viel Geschichte und Leben in solch alten Mauern steckt! All die Erinnerungen und Geheimnisse! Wenn ich ein leerstehendes Gebäude sehe, wünschte ich manchmal, ich hätte die Mittel, dem Ganzen wieder Leben einzuhauchen. Ich würde das Alte so gern konservieren, aber irgendwie auch etwas Neues daraus machen. Obwohl ich es doch auch spannend finde, zu sehen, wie sich die Natur so langsam zurückholt, was eigentlich ihr gehört. Diesen zerstörten Aspekt von Ruinen/verlassenen Bauten, deren Erhalt, aber auch deren Potenzial für die Zukunft finde ich gleichermaßen interessant.

Heilig Kreuz ist eigentlich gar kein lost place, denn das ehemalige Kloster wird etwa seit 1994 von einem Verein gesichert und saniert. Lost places sind generell eher Bauten jüngerer Architektur, die so langsam aber sicher in Vergessenheit geraten und verfallen; um die sich also niemand kümmert und deren Betreten oftmals auch nicht gestattet ist. Im August 2015 habe ich (soweit ich mich erinnere) zuletzt illegalerweise einen solchen Ort besucht, upsi, haha. Ich muss ja immer noch/wieder unterstreichen, dass ich ein ziemlicher Angsthase bin und sehr viel besser schlafen kann, wenn ich weiß, dass ich einen Ort guten Gewissens auf erlaubten Wegen besuchen kann. Ein Hoch also auf Ruinen, die erhalten bleiben, um von Besuchern bewundert zu werden! Auf Island haben wir im Vorbeifahren übrigens sehr viele lost places in Form von einsamen Höfen gesehen! Damals habe ich mir vorgenommen, beim nächsten Besuch eine kleine Fotoreihe dazu zu erstellen. Mal sehen, wann ich das umsetzen kann. Bis dahin gibt es hier aber vorerst ein bisschen Klosterruinenromantik.

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