die Sache mit der Fernfreundschaft

April 29, 2017

In meinem letzten Post habe ich einen halben Roman über meine Fernbeziehung geschrieben, heute möchte ich ein paar Eindrücke von Jutta's Besuch teilen und dabei ganz kurz das Thema Fernfreundschaften anschneiden. Irgendwie so ähnlich, aber irgendwie auch ganz anders.

Als ich Jutta am Mittwoch vor Ostern vom Bahnhof abholte, war es, als hätten wir noch am Tag zuvor gemeinsam Donuts gegessen und uns über Gott und die Welt ausgetauscht. Dabei hatten wir uns anderthalb Jahre nicht gesehen. Irgendwie war es vertraut, irgendwie fühlte es sich überhaupt nicht an, als müssten wir erstmal wieder warm werden und uns über all die Ereignisse updaten, die wir im Leben des jeweils anderen in der Zwischenzeit verpasst hatten. Wir konnten uns gemeinsam auf's Sofa setzen und einfach an die Freundschaft anknüpfen, auch ohne vorher täglich Kontakt gehabt zu haben. 

Über die letzten Jahre haben sich viele meiner Freundschaften aus diversen Gründen zu Freundschaften über Distanz entwickelt oder sind schon auf dieser Grundlage entstanden. Anfangs war es ein bisschen hart zu realisieren, dass man sich nicht mal eben schnell auf einen Kaffee treffen und über den Freund, den Job und die Wohnung quatschen kann. Social Media sei Dank kann man ja glücklicherweise über weite Entfernungen Kontakt halten und in gewisser Weise am Leben von anderen Personen teilnehmen, aber sich offline zu treffen, ist dann doch noch mal was ganz anderes. Einige meiner Freunde habe ich, wie Jutta, seit mittlerweile anderthalb Jahren nicht gesehen. Manch andere sehe ich nur alle paar Monate mal. Manchmal wechselt man wochenlang kein Wort. Doch irgendwie habe ich das Gefühl, dass es gar nicht unbedingt notwendig ist, sich jeden Tag zu treffen und über jede Kleinigkeit bis ins Detail auszutauschen. 

Für mich hat es sehr viel Wert, Freunde zu haben, die zwar nicht physisch bei mir sein können, mich aber trotzdem unterstützen und für mich da sind, wenn ich sie brauche. Denn wenn eine Freundschaft auch über große Entfernung, über lange Zeit mit wenig Kontakt bestehen bleibt und man sofort wieder anknüpfen kann, dann weiß man, dass es eine echte Freundschaft ist. Wenn man übrigens den Suchbegriff Fernfreundschaft bei Google eingibt, fragt die Suchmaschine Meintest du: wahre Freundschaft. Schon interessant.

Jedenfalls hatte ich mit Jutta ein paar wunderbare Tage, wir haben gemeinsam auf dem Sofa entspannt, Filme geschaut, uns mit Sushi vollgestopft, Eis und Donuts gegessen, Anna und Lydia getoffen, Fotos gemacht, die Sonne genossen und sind im Regen vollkommen nass geworden. Wir konnten uns über Makeup und Wohnungskram austauschen, über den Job und die Freunde reden. Obwohl wir verschieden sind, uns nur selten sehen und auch manchmal sehr sporadisch über Facebook schreiben, ist es eine wunderbare Freundschaft. Denn irgendwie sind wir uns doch sehr  ähnlich. She's like my sister from another mister. Oder so. Der Besuch hat mir definitiv gezeigt, dass richtige Fernfreundschaften eine gute Sache sind und ich finde, jeder sollte eine Jutta haben. #cheesy


Bisherige Posts dieser Serie: die Sache mit dem Sport und der Routine und die Sache mit der Produktivität und die Sache mit der Fernbeziehung. // Im Rahmen dieser "Sache" teile ich hier mehr oder weniger regelmäßig meine Gedankenkotze. Achtung vor herunterfallenden Kotzbrocken! Das Tragen eines Ganzkörperkondoms ist zu empfehlen!

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1 comment/s

  1. Ganz wunderbare Fotos, aber die Olle da stört irgendwie ;)

    Ach Mensch, du Süße! Ich würd' mich auch lieber mit dir wöchentlich auf 'nen Tee und Raffaello treffen als so einen Besuch wochen voraus frei schaufeln zu müssen .,.

    Aber so geht's auch und ich freu mich schon wenn du mich, hoffentlich noch dieses Jahr, besuchen kommst! :*

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