Thursday thoughts #4

February 18, 2016


In den letzten Wochen war es hier sehr ruhig.

Ruhiger als ich es vielleicht selbst gern gehabt hätte, aber irgendwie war es halt so. Und irgendwie tut mir das auch nicht wirklich leid, und ich werde jetzt an dieser Stelle auch nicht schreiben, dass so eine lange Pause nie wieder vorkommen wird, denn ich kann jetzt einfach nicht versprechen, dass ich in den nächsten Wochen wieder absolut inhaltsvoll und total regelmäßig bloggen werde. (Was ich ja auch vorher nicht getan habe, aber das ist ja mal nebensächlich.)

Mein letzter Post ging Anfang/Mitte Januar online. Seitdem ist einiges passiert.

Ich lag beispielsweise eines Morgens um 6 Uhr nach plötzlichen Kreislaufproblemen auf den kühlen Badfliesen, die Beine auf dem Klodeckel hoch liegend, und starrte durch schwarze Schleier an die Decke. Und dachte, das Rauschen in meinen Ohren käme aus den Leitungen, bis ich fünf Minuten später endlich wieder ins Bett wanken konnte und dort feststellte, dass durch mein Kopfkissen wohl eher keine Leitungen verlaufen. (Warum erzähle ich euch das? Ach ja, weil ich zwar komisch, aber definitiv nicht schwanger bin.)

An dem Morgen ging ich übrigens trotzdem zur Arbeit, wie an allen anderen Tag auch. Zeichnete Grundrisse, füllte Bauanträge aus, schrieb Mails, verbrachte die Zeit mit Menschen, die nicht wissen, wie dankbar ich für ihre Existenz bin, und mit solchen, auf die ich eher verzichten könnte. Ich nahm sogar ein paar Mal den Telefonhörer in die Hand. Ganz ganz ganz langsam scheine ich ein bisschen die Angst vor dem Telefonieren zu verlieren. Vielleicht sollte ich mir mal einen Job in einem Call Center suchen, das würde dabei bestimmt blitzschnell helfen.

Außerdem war ich unter anderem auf dem Balea Haar Event in Frankfurt, habe einen riesigen Haufen Kram aussortiert, entsorgt, gespendet und verschenkt, Wohnungen angeschaut, an meiner Zukunft gezweifelt, und gelacht und geweint. Schließlich habe ich einen Mietvertrag unterschrieben, die ersten neuen Küchenutensilien gekauft und plane nun so langsam den Umzug in ein neues Leben. Irgendwie. Endlich.


Ich werde die Wohnung 33 vermissen, die ich noch bis Ende März mein Zuhause nennen kann. Die guten Monate hier, und die schlechten. Die blaue Wand im Schlafzimmer, die eigentlich grau sein sollte. Ein Jahr war sie gerade alt. Bald wird sie wieder weiß, als wäre nie etwas gewesen. Neue Mieter werden einziehen, sich über den riesigen Spiegel im Bad freuen und die schwergängige Balkontür ölen. Auf dem Mosaikparkett werden andere Möbel stehen und an den Wänden neue Bilder hängen. Wir werden getrennte Wege gehen.

So viel hat sich geändert in den dreieinhalb Jahren und ich verlasse diese Wohnung definitiv als eine andere Person. Erwachsener, in gewisser Weise. Ein bisschen Angst macht es mir schon, wenn ich ehrlich bin. Aber so ist das Leben. Und es wird weiter gehen. Auch hier auf dem Blog, übrigens.



Ein bisschen mehr Geplapper gibt es hier:

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